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Polizeidirektion West
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Gemischte Bilanz: Weniger Tote aber mehr Verletzte auf den Straßen in West-Brandenburg
Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen (2012: 24.490; 2011: 24.791). Erfreulich ist weiterhin der erhebliche Rückgang bei den Unfalltoten im Zuständigkeitsbereich (2012: 49; 2011: 54).
Leider wurden bei Verkehrsunfällen auf den Straßen West-Brandenburgs (Kreisfreie Städte Potsdam und Brandenburg an der Havel; LK Potsdam-Mittelmark; LK Havelland; LK Teltow-Fläminmg) im vergangenen Jahr insgesamt mehr Menschen verletzt (2012: 3.400; 2011: 3.259). Auch die Zahl der Unfälle selbst, bei denen Personen zu Schaden kamen (VU/P), ist leicht angestiegen (+0,9%).
Peter Meyritz zu den identifizierten Ursachen: „Raser und Drängler haben auch im vergangenen Jahr wieder viel Leid über die Menschen gebracht. Insbesondere auf den Autobahnen ist der Anstieg bei den durch Drängler verursachten Unfällen und verletzten Personen enorm.“ Er kündigte an: „Wer in der Polizeidirektion West zu schnell fährt oder den Sicherheitsabstand nicht einhält, muss jederzeit und an jedem Ort damit rechnen, gelasert, geblitzt oder gefilmt zu werden. Ich lasse es nicht zu, dass Verkehrsrowdys über Leben und Tod von Unbeteiligten entscheiden!“
Trotzdem noch immer mehr als 20 Prozent aller Verkehrstoten (2012: 11; 2011: 30) durch zu schnelles Fahren verursacht wurden, konnte EPHK Gerald Selinger auch einen positiven Trend ausmachen: „Unsere Geschwindigkeits- und Verkehrsüberwachungen zeigen Wirkung! Die Gesamtzahl der Geschwindigkeitsunfälle und die Anzahl der dabei Getöteten sind zurückgegangen. Grund genug für uns, in der flächendeckenden Geschwindigkeitsüberwachung nicht nachzulassen.“
Dass ein vermeintlicher Rückgang der Raser oder erkennbar mehr Vernunft und Rücksicht zu dieser Verringerung bei den Verkehrstoten geführt hat, kann Selinger hingegen nicht bestätigen. Seine Mitarbeiter hatten auch im Jahr 2012 wieder einen deutlichen Anstieg bei den festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitungen zu verzeichnen (2012: 458.294; 2011: 434.348). Somit bleiben Geschwindigkeitsverstöße und Geschwindigkeitsunfälle nach wie vor das größte Problem für die Verkehrssicherheit.
Untrennbar von den Geschwindigkeitsunfällen sind insbesondere auf den Autobahnen die Abstandsunfälle zu betrachten. Hier fällt, wegen der häufig auftretenden Gemengelage von unangepasster Geschwindigkeit und zu geringem Sicherheitsabstand, die scharfe Abgrenzung meist schwer. Somit hat der erhebliche Anstieg bei den Abstandsunfällen um 27,9 Prozent auf den Autobahnen wegen der dort gefahrenen Geschwindigkeiten auch immer große Auswirkungen auf die Anzahl der dabei Verletzten (2012: 165; 2011: 72; d.h. Plus 129 %).
Verkehrspolizeichef Selinger kündigte deshalb an: „Der erhebliche Anstieg bei den Unfällen, die durch zu geringen Sicherheitsabstand verursacht wurden, bestärkt mich in der diesjährigen Zielsetzung, die Abstandskontrollen, insbesondere auf den Autobahnen zu intensivieren. Die Verkehrspolizei wird hier mit vielfältigen Mess- und Dokumentationsmethoden tätig werden, damit sich erschreckende Szenen aus dem vergangenen Jahr, wo LKW-Fahrer in ihren Fahrerhäusern eingeklemmt wurden und darin verbrannten, sich nicht wiederholen.“
Mit 26,5 Prozent aller Verkehrstoten, 7,9 Prozent aller Verletzten und einem Gesamtunfallanteil von lediglich 2 Prozent sind die so genannten Baumunfälle an Leid und Tragik immer noch unvergleichbar. Entgegen dem Landestrend ist in der Polizeidirektion West jedoch ein deutlicher Rückgang (minus 14,4%) bei der Gesamtzahl sowie, und das ist umso erfreulicher, bei den Getöteten (minus 40,9%) zu verzeichnen. Die Zahl der Verletzten stieg jedoch um 9,4 Prozent.
Peter Meyritz: „Die im letzten Jahr umgesetzten Geschwindigkeitsreduzierungen in den Alleen spiegeln sich insbesondere im Rückgang der Unfalltoten wider. Denn wo langsamer gefahren wird, behält man länger die Kontrolle über das Fahrzeug und es wirken außerdem weniger Kräfte, die sonst zu den schwersten Unfallfolgen führen.“
Bei den Unfallverursachern stehen nach wie vor die so genannten „Jungen Fahrer“ im Alter zwischen 18 und 24 Jahren im Focus der Betrachtung. Trotz eines erfreulichen Rückgangs der von ihnen verursachten Unfälle um minus 5,5 Prozent (2012: 2.814; 2.658) verursachten sie damit immer noch fast 11 Prozent aller Unfälle. Was gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil überproportional ist. Positiver Trend im vergangenen Jahr: Halbierung bei den durch „Junge Fahrer“ verursachten Unfalltoten (2012: 9; 2011: 18).
Von der Bevölkerungsgruppe „Generation 65+“ wurden im vergangenen Jahr 2.900 Unfälle selbst verursacht (2011: 2.845). Dieses entspricht einem Anteil von 71,3 Prozent aller Unfälle, an denen Senioren beteiligt waren. Während die Gesamtunfallzahlen in dieser Gruppe annährend gleich blieben, stieg die Anzahl der Getöteten von 15 auf 17 Personen. (als Verursacher: 7 auf 13 Tote).
Bei den Verkehrsteilnehmern sind insbesondere Fahrradfahrer und LKW-Fahrer im Focus der polizeilichen Unfallbetrachtung und zwar als Unfallverursacher und Unfallbeteiligte.
Peter Meyritz: „Der zunehmende Radfahrerverkehr, insbesondere in den städtischen Bereichen, ist aus Umweltaspekten sicher positiv zu bewerten. Mit Sorge betrachte ich allerdings die gestiegene Zahl der verletzten und getöteten Radfahrer im vergangenen Jahr (2012: 9; 2011: 6). Mit der Einführung bzw. Verstärkung unserer Fahrradstreifen in den Städten Potsdam und Brandenburg sowie durch planerische Mitarbeit in den Verkehrsunfallkommissionen, ist die Senkung der Fahrradunfälle auch in diesem Jahr wieder ein vorrangiges Ziel.“
Zu den LKW-Unfällen sagte Verkehrspolizist Gerald Selinger: „Die überwiegende Zahl der Unfälle mit LKW-Beteiligung wurde von den LKW-Fahrern selbst verursacht und hatte meist erhebliche Folgen, wie stundenlange Staus und tragische Folgeunfälle. Die Einhaltung der Fahrzeiten und technischen Standards wird auch in diesem Jahr von den Spezialisten der Verkehrspolizei besonders intensiv unter die Lupe genommen.“
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