Informationen zur Verkehrsunfalllage in Ihrer Region
Polizeidirektion Ost
Regionale Informationen
Bilanz der Verkehrsunfallentwicklung 2012 der Polizeidirektion Ost mit den Polizeiinspektionen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland und Oder-Spree/Frankfurt (Oder)
Im vergangenen Jahr wurden 23.809 Verkehrsunfälle registriert. Damit ist im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Steigerung zu verzeichnen (2012: 23.357 VU; +1,9%).
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden sank geringfügig auf insgesamt 2.308 (2012: 2340; - 1,4%). Somit hat die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden den niedrigsten Stand der letzten 5 Jahre erreicht.
Allerdings wurden bei den Verkehrsunfällen mit Personenschäden 13 mehr Personen verletzt (2.898; +13; +0,5%). Zudem stieg die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Personen auf 53 an (2011: 52). Damit hat die Polizeidirektion Ost den größten Anteil an getöteten Personen im Land Brandenburg (insgesamt 166) zu verzeichnen und konnte auch nicht zum landesweiten positiven Trend beitragen.
Verkehrsunfälle Innerorts und Außerorts
Insgesamt 65,8 % aller Verkehrsunfälle ereigneten sich innerhalb von Ortschaften. Dabei wurden 11 Personen getötet und 1.791 Personen verletzt. Obwohl die Außerortsstraßen mit 34,2 % den geringeren Anteil am Unfallgeschehen darstellen, sind hier aufgrund von höheren Fahrgeschwindigkeiten mit 42 getöteten Personen und 1.107 zum Teil schwer Verletzten die schwersten Unfallfolgen zu verzeichnen.
Verkehrsunfallentwicklung nach Straßenkategorien
Sowohl auf Autobahnen, Bundesstraßen und Landesstraßen ist die Zahl der gesamten Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Während allerdings die Steigerung auf Autobahnen mit 12 Verkehrsunfällen (+0,9%) sehr gering ausfällt, ist diese bei Landesstraßen mit 122 (+2,3%) sowie Bundesstraßen mit 139 (+3,3%) wesentlich höher.
Verkehrsunfälle der Hauptunfallursache Geschwindigkeit
Verkehrsunfälle mit der Hauptunfallursache Geschwindigkeit haben im Jahr 2012 um fast 10 % zugenommen. Wenngleich die absolute Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden und auch die Zahl der Verletzten geringer war, verdoppelte sich die Zahl der Verkehrstoten bei diesen Unfällen jedoch von 7 auf 14.
Verkehrsunfälle der Hauptunfallursache Vorfahrt
Die Vorfahrtunfälle stagnierten auf dem Niveau des Vorjahres (2012: 1.595; 2011: 1.598). Bei derartigen Unfällen wurden 550 Personen verletzt (2011: 595) und 2 Personen getötet (2011: 5). Obwohl damit die Schwere der Unfälle insgesamt geringer ausfiel, bleibt diese Unfallursache ein Schwerpunkt polizeilicher Verkehrsüberwachung.
Verkehrsunfälle der Hauptunfallursache Alkohol
Alkoholbedingte Verkehrsunfälle haben im Jahr 2012 deutlich zugenommen. Insgesamt wurden 362 Unfälle registriert, was einem Anstieg um 29 Verkehrsunfälle (+8,7%) entspricht. Bei diesen Unfällen wurden 178 Personen verletzt (2011: 139) und 5 Menschen getötet (2011: 6 Getötete).
Mit 162 Verkehrsunfällen ereignete sich fast jeder zweite Unfall an einem Wochenende.
Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss
2012 wurden 27 Verkehrsunfälle dieser Kategorie registriert (2011:26). Bei Drogenunfällen wurden wie im Vorjahr 18 Personen verletzt und 1 Mensch getötet. Im Rahmen polizeilicher Verkehrskontrollen wurden 2012 insgesamt 258 Feststellungen zum Fahren unter Drogeneinfluss getroffen.
Baumunfälle
Als Baumunfälle werden Verkehrsunfälle bezeichnet, bei denen Verkehrsteilnehmer aus den unterschiedlichsten Ursachen (z.B. überhöhte oder unangemessene Geschwindigkeit, Unaufmerksamkeit oder die Straße überquerendes Wild) mit einem Straßenbaum kollidieren.
Die Anzahl der Baumunfälle nahm im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 633 Baumunfälle registriert (2011: 552; + 14,7%). Die Zahl der dabei verletzten Personen stieg um 73 auf 352(2011: 279; +26,2%); die Zahl der Getöteten um 10 auf 23 (2011: 13; +76,9%).
Verkehrsunfälle durch Junge Fahrer verursacht (18 bis 24 Jahre)
Die Anzahl der durch Junge Fahrer verursachten Verkehrsunfälle ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. 2012 wurden 2.666 derartige Verkehrsunfälle registriert, im Jahr 2011 waren dies noch 2.804 derartige Unfälle (- 138; -4,9%).
Die Zahl der bei diesen Verkehrsunfällen verletzten Personen stiegt leicht an (2012: 491; 2011: 483). Allerdings starben 12 Menschen, was eine Zunahme um 5 getötete Personen darstellt.
Obwohl der Bevölkerungsanteil der Jungen Fahrer in den letzten Jahren kontinuierlich sank, er betrug 2012 in der PD Ost nur noch ca. 6,5 %, muss Jungen Fahrern weiterhin großes Augenmerk gewidmet werden, da dieser Gruppe ein Anteil von 11,2 % am Gesamtunfallgeschehen zuzurechnen ist.
Verkehrsunfälle durch Senioren verursacht (65 Jahre und älter)
Im Jahr 2012 wurden insgesamt 3.022 Verkehrsunfälle durch Senioren verursacht (2011: 3.014), das entspricht einem Anteil von 12,7 % am Gesamtunfallgeschehen. Im Vergleich der vergangenen 5 Jahren ist eine kontinuierliche Steigerung dieser Verkehrsunfälle zu beobachten. Der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung nimmt kontinuierlich zu und liegt im Bereich der PD Ost gegenwärtig bei 22,4%.
Wildunfälle
Die Anzahl der Wildunfälle hat im Jahr 2012 deutlich zugenommen. Insgesamt ereigneten sich 4.937 Wildunfälle (2011: 4.506; +9,6%). Bei insgesamt 58 dieser Verkehrsunfälle, das entspricht einem Anteil von 1,2%, wurden 70 Personen verletzt und eine Person getötet.
Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fußgängern
2012 ereigneten sich 266 Verkehrsunfälle (2011: 281) an denen Fußgänger beteiligt waren. Bei diesen Verkehrsunfällen wurden 5 Personen getötet (2011: 10) und 230 Personen wurden verletzt (2011: 248).
Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern
Im Jahr 2012 ereigneten sich 855 Verkehrsunfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren. Damit hat sich die absolute Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht verringert (2011: 880). Allerdings ist bei den Unfallfolgen keine Entspannung erkennbar. Bei 617 Verkehrsunfällen (2011: 612) waren Personenschäden zu verzeichnen. Die Zahl der verletzten Personen sank nur geringfügig (2012: 644; 2011: 651), die Zahl der bei derartigen Verkehrsunfällen getöteten Personen (insgesamt 5) nahm seit drei Jahren erstmals wieder zu.
Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Kradfahrern
Bei den insgesamt 451 Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Kradfahrern wurden 270 Personen verletzt und 5 Personen getötet. Damit ist, in Bezug auf das Vorjahr zwar zumindest in der absoluten Zahl und bei Verletzten ein leichter Rückgang zu verzeichnen, im Fünf-Jahres-Vergleich wird jedoch deutlich, dass sich keine Entspannung abzeichnet.
Die von Kradfahrern selbst verursachten Unälle (255 VU) haben einen Anteil von 56,5 % an der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Kradfahrern. Bei diesen selbst verursachten Verkehrsunfällen sind die Unfallfolgen mit 4 Getöteten und 155 Verletzten deutlich schwerer.
Verkehrsunfälle mit Beteiligung von LKW – Fahrern
An insgesamt 3.360 Verkehrsunfällen waren LKW-Fahrer beteiligt. Bei diesen Verkehrsunfällen wurden 15 Personen getötet (2011: 17) und 359 Personen verletzt (2011: 326). Die Mehrzahl der Verkehrsunfälle (2.430) wurde durch LKW - Fahrer selbst verursacht. Bei diesen durch LKW - Fahrer verursachten Verkehrsunfällen starben 10 Personen und 199 wurden verletzt.
Fazit: In einzelnen Bereichen der Verkehrsunfallentwicklung zeigen sich durchaus positive Entwicklungen. Allerdings ist gerade bei den Verkehrsunfällen mit schweren und schwersten Folgen keine Entspannung eingetreten. Gerade bei Toten und Verletzten haben die Ergebnisse der PD Ost keinen positiven Einfluss auf die Gesamtzahlen des Landes Brandenburg.
Dazu der Leiter der PD Ost, Olaf Fischer: „Auch wenn die Polizei nur einer der Akteure zur Verbesserung der Sicherheit auf den Straßen ist, bleibt es unsere Verpflichtung, die Maßnahmen der Verkehrsüberwachung weiterhin auf einem hohen Niveau zu halten, um tatsächliche und dauerhafte Erfolge zu erreichen. Dies sind wir den Menschen in unserer Direktion schuldig.“
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