Internetwache > LaPOB > Eine Musikstunde einmal anders
13.02.2007 - Eine Musikstunde einmal anders
Das Landespolizeiorchester Brandenburg musiziert in der Brandenburgischen Schule für Blinde und Sehbehinderte in Königs Wusterhausen
von Elisabeth Bentke, Diplompädagogin, Brandenburgische Schule für Blinde und Sehbehinderte, Königs Wusterhausen
Am Vormittag des 24. Januar 2007 versammelten sich die sehgeschädigten Schülerinnen und Schüler mit den Pädagogen in der Sporthalle, nicht zu einem Sportwettkampf oder einer Sportstunde, nein - eine Musikstunde besonderer Art stand auf dem Plan. 35 Musiker und eine Musikerin hatten Platz genommen und begrüßten die Zuhörer mit temperamentvollen Orchesterklängen. Unter der Leitung ihres Dirigenten Michael Wolter erklang eine bunte Mischung von Melodien unterschiedlicher Musikstile von Barock bis Pop. Das Besondere: Es war nicht nur ein Konzert zum Zuhören, sondern auch zum Anfassen und Mitmachen. In anschaulicher Weise stellte jeder Spieler sein Instrument vor und gab es den sehgeschädigten Kindern und Jugendlichen in die Hand, um Material, Größe sowie Bau- und Spielweise im wahren Sinne des Wortes „begreifen" zu lassen. Ein Instrument an seinem Klang zu erkennen ist für einen Sehgeschädigten nicht schwer, es aber selbst in die Hand zu nehmen, um es genau zu erfassen bzw. zu ertasten, dafür gibt es nur selten eine Gelegenheit. Mit Interesse verfolgten alle den Verlauf des Konzertes, sogar die Schülerinnen und Schüler, für die Musik nicht das Lieblingsfach ist. Anscheinend unbeabsichtigt wurde Wissenswertes vermittelt, z. B., dass das Saxophon ein Holzblasinstrument ist, dass die Trompete als die Königin der Blechblasinstrumente bezeichnet werden kann und dass die Tuba das größte Horn ist. Melodien aus bekannten Fernsehsendungen und Filmen, Blues- und Sambaklänge animierten zum Mitklatschen. Einen Extra-Applaus bekamen die „neuen Dirigenten" - mutige Schüler, die es wagten, das Polizeiorchester selbständig zu dirigieren. Und erstaunt waren die Zuhörer, als die Instrumentalisten sich sogar nach „ihrem Dirigenten" richteten - mal schneller, mal langsamer erklang der Fehrbelliner Reitermarsch. Zum krönenden Abschluss, der natürlich durch Zugaben verlängert wurde, unterstützten die Konzertbesucher mit Percussionsinstrumenten die mitreißenden Orchesterklänge. Viel zu schnell war diese Musikstunde vergangen.
Dem Landespolizeiorchester sei nochmals für ihr Engagement gedankt, denn die Schulkonzerte in der Brandenburgischen Schule für Blinde und Sehbehinderte in Königs Wusterhausen sind bereits zur Tradition geworden. Unvergesslich für alle Beteiligten ist auch die Produktion einer CD mit dem Ensemble der Schule und dem bekannten Klangkörper vor einigen Jahren.
Es bleibt zu wünschen, dass auch künftig Schülerkonzerte zum Unterricht einer jeden Schule gehören. In einer Zeit, in der überall und an allem gespart werden muss, gilt es, immer wieder deutlich zu zeigen, dass die Musik einen unersetzlichen Wert für die Bildung und Erziehung unserer jungen Generation besitzt.
Möge das Landespolizeiorchester Brandenburg seine öffentlichkeitswirksame Arbeit weiterhin so erfolgreich fortsetzen und durch seine intensiv vorbereiteten und künstlerisch durchdachten Auftritte das Konzertleben in unserer Region bereichern!
Fotos: Maik Gemoll, Pädagoge


