13.04.2012 - Betrüger unterwegs - TF
Luckenwalde
12.04.2012; 16.50 Uhr
Ein 75-jähriger Luckenwalder ist am Donnerstag um mehrere tausend Euro erleichtert worden. Der Mann erhielt gegen 16.50 Uhr von einem angeblichen Anwalt einen Anruf. Demzufolge hätte seine Tochter ein Kind überfahren und sei von der Polizei festgenommen worden. Nun müsse eine Kaution von 30.000 Euro hinterlegt werden, damit die Tochter wieder auf freien Fuß gesetzt werden kann. Der Geschädigte suchte ein Teil des Geldes zusammen und übergab die Summe dem angeblichen Anwalt, der wenig später vor der Wohnungstür stand. Erst in den Abendstunden, als sich die besagte Tochter bei dem Geschädigten meldete, flog der Schwindel auf und der Geschädigte informierte die Polizei.
Den Täter beschrieb der 75-Jährige als einen ihm unbekannten Mann. Die Person war etwa 25-30 Jahre alt, etwa 170 cm bis 180 cm groß, schwarzhaarig und rasiert. Der Mann sprach perfekt russisch und war zur Tatzeit mit einer dunkelblauen Jacke und einer schwarzen Hose bekleidet. Er trug weiterhin einen schwarzen Rucksack bei sich.
Bereits in den Nachmittagsstunden wurde der Polizei ein Betrug mit dieser Masche gemeldet. Die Geschädigte, eine 47-jährige Frau, wurde jedoch misstrauisch. Zu einer Übergabe des Geldes kam es jedoch nicht.
Die Kripo der Polizeiinspektion Teltow- Fläming hat die Ermittlungen zu diesen Betrügereien aufgenommen und rät allen Bürgern, insbesondere den älteren Mitmenschen, bei solchen so genannten „Enkel – Trick“ – Betrugsdelikten vorsichtig zu sein. Der genannte Fall ist eine neue, abgewandelte Form des bekannten Schemas, bei dem sich der Täter bei den Geschädigten persönlich oder per Telefon vorher meldet und als angeblicher Verwandter – meist als Enkel – vorstellt, den man lange nicht gesehen hat. Der Täter gibt meistens an, wieder in der Gegend zu sein.
Die Täter nutzen dabei die Ahnungslosigkeit und Gutmütigkeit der Geschädigten aus.
Es folgt dann meist eine Frage, ob die Geschädigten dem „Verwandten“ in dieser Hinsicht mit Geld aushelfen können.
Mit dem Versprechen, die geborgte Summe bald wieder zurückzubringen, verschwinden Täter und Geld dann auf Nimmerwiedersehen.
Daher rät die Polizei allen Bürger, die in ähnliche Situationen geraten sollten, zu Folgendem:
- Wenn Personen bei Ihnen anrufen oder an der Haustür klingeln und sich dann herausstellt, dass diese Personen von Ihnen Geld möchten, sofort misstrauisch werden.
- Bei Unklarheiten über die Personen Details zu deren Eltern oder familiäre Beziehungen erfragen, um das Verwandtschaftsverhältnis zu klären.
- Bestehen geringste Zweifel, erkennt man die Personen nicht oder ist sich nicht sicher, dass es wirklich der Enkel / Anverwandte ist, der vorgegeben wird, dann unverzüglich das Telefonat beenden.
- Wenn möglich eine Rückrufnummer erfragen. Anwesende Personen zwecks späteren Widererkennens genau merken, Informationen zu Fahrzeugen und Begleitpersonen der Täter notieren.
- Personen niemals in die Wohnung lassen und diese ständig im Auge behalten.
- Bewahren Sie höhere Geldbeträge niemals zu Hause auf. Und wenn doch, niemals darauf einlassen, diese aufzusuchen, wenn eine unbekannte Person in der Nähe ist.
- Beim geringsten Verdacht mit dem Ziel des Trickbetruges sofort die nächste Polizeidienststelle informieren.






